Unser Newsletter im Januar 2024 - Buchhandlung und Verlag Bornhofen in Gernsheim am Rhein

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Die Eulalia-Post im Januar 2024:
Eulalia-Post 02-01-2024

Liebe Büchermenschen,

derzeit lese ich den 1/2er Klassen der Gernsheimer Peter-Schöffer-Schule vor: „Ein Schaf fürs Leben“ aus dem Oetinger Verlag ist ein ziemlich langes Bilderbuch, rund 30 Minuten müssen die Kinder am Stück zuhören. Damit es bei 12 Klassen keine sechs Vormittage dauert, kommen auch immer zwei Klassen gleichzeitig dran, es könnte also ziemlich wuselig sein. Ist es aber nicht. Die Kinder lauschen gebannt und schauen sich die Bilder sehr intensiv an – es ist die reine Freude. Und im Anschluss wollten heute bis auf 2 Kinder (von rund 80 insgesamt) alle auch noch ein zweites Buch anhören und ansehen. Falls Ihnen also jemand erzählen will, dass die Kinder von heute keine Ruhe und überhaupt nichts mit Büchern am Hut haben, wissen Sie jetzt das Gegenteil.
 
Kinder brauchen Geschichten, sie brauchen das Abtauchen in andere Welten. Nicht wegen irgendwelcher erziehender Inhalte, sondern um die vielen Möglichkeiten des Lebens wahrzunehmen. Sowohl im Kindergarten als auch in der Grundschule sind es die wichtigen Themen Freundschaft, Anderssein, Dazugehören, Familie – verpackt in die unterschiedlichsten realistischen, humorvollen, fantastischen Geschichten – die sie besonders mögen.
 
Ja, Geschichten kann man auch hören, ob als CD, Download oder Toniebox, und ja, grundsätzlich werden Geschichten ja auch in Film und Serien erzählt. Aber bei keiner anderen Gelegenheit als dem Vorlesen/Zuhören kann man so direkt aufeinander eingehen. Man bemerkt, wenn etwas besonders gefällt und kann diese Seite länger zeigen. Man bemerkt, wenn etwas näher besprochen werden muss.
Solange Ihr Kind also mag und Sie es irgend leisten können: Lesen Sie vor! Danke
 
Und beim Vorlesen bleibe ich auch gleich …
Sie kennen es, dass ich fast immer ein Gedicht in die Eulalia-Post hineinschreibe. Ich mag Gedichte sehr gerne und empfinde sie oft als relevant und inhaltlich komprimiert. (Ob Gedicht und „dicht“ wirklich den gleichen Wortstamm haben, das hab‘ ich auf die Schnelle nicht herausfinden können.) Im heutigen Newsletter möchte ich Ihnen statt geschriebener Lyrik gerne eine Internetseite wärmstens ans Herz legen: Auf lyrikline.org finden Sie eine Vielzahl neuer und älterer Gedichte, nahezu immer von der*dem Schriftsteller*in zum Anhören vorgetragen. Das ist absolut großartig, auch, weil wir in Gedichten um die ganze Welt reisen können! Mir gefällt derzeit Mascha Kaleko besonders gut, aber morgen kann das schon jemand ganz anderes sein. Alle Gedichte kann man auch mitlesen. LINK

Empfehlen möchte ich Ihnen heute ein Bilderbuch und einen Roman
 

Bilderbuch des Monats - Kay Kender: „Der Schnilf“
„Er aß eine ganze Sonnwendcremetorte auf, aber sie schmeckte ihm nicht. Er setzte sich ans Klavier und spielte sein Lieblingslied, doch es machte ihn nicht mehr glücklich.“
Der Schnilf ist ein freundliches Wesen – er winkt und grüßt, lobt und lacht die Leute an. Manche umarmt er auch oder strahlt übers ganze Gesicht. Und er merkt, dass davon die Liebe, die er in sich trägt, immer größer wird. Aber irgendwann passiert es, dass er sie nicht mehr spürt, sie scheint verschwunden. Und nichts hilft, keine Sonnwendtorte und kein Lieblingslied … Er hat keinen Hunger mehr und keinen Antrieb, verbringt die Tage im Bett. Bis seine Freundin Cato, die Waldwissenschaftlerin, eine Idee hat, wie man ihm helfen kann. Und die funktioniert tatsächlich!
„Der Schnilf“ ist kein typisches Bilderbuch – die Autorin und Illustratorin Kay Kender gibt der Geschichte ungefähr den dreifachen Raum. Das ist auch passend, denn nichts von ihrer Erzählung passiert von jetzt auf sofort: Die Liebe wächst langsam, sie verschwindet und der Schnilf verändert sich nach und nach. Und auch die positiven Veränderungen brauchen ihre Zeit. Kender nutzt die Farbe der Kopfbedeckung als Gefühlsbarometer; aber auch die anderen farblichen Details sind passend und durchdacht. Auch wenn man als Erwachsene*r merkt, dass der Autorin die Botschaft wirklich wichtig ist – die Geschichte trägt.
Verlag Voland & Quist, 978-3-86391-381-6, € 18,00

Sally Page: „Das Glück der Geschichtensammlerin“
Janice ist sich sicher – sie hat keine eigene Geschichte. Ja, sie ist verheiratet und hat einen Sohn. Und ja, ihren Job als Putzfrau scheint sie sehr gut zu erfüllen. Aber das reicht ja nicht! Was ihre Kundschaft erzählt - manches schön, manches traurig, alles wahr - sortiert sie und holt es hoch, wenn sie eine gute Erinnerung nötig hat. In ihrem Alltag gibt es genug Zeiten, in denen das der Fall ist.
Nicht nur wegen dieser Geschichten mag sie die Kundschaft wirklich sehr; alle, bis auf ein snobistisches Ehepaar. Eines Tages wird sie ausgerechnet von der Ehefrau gebeten, sich um die 92-jährige Schwiegermutter zu kümmern. Wie sich herausstellt, will Mrs. B eigentlich keine Hilfe haben – doch irgendetwas bei der zweiten Begegnung lässt Janice vermuten, dass sie irgendwie miteinander klarkommen werden. Bald ist nicht mehr ganz so sicher, wer hier eigentlich wem helfen muss …
Ja, Sally Pages Roman gefällt nicht auf Anhieb: Janice ist distanziert, die Gegenwartsform verstärkt das noch und überhaupt, was scheint das eigentlich für ein vorhersehbares Buch zu sein. Der zweite Blick hingegen überzeugt – denn Janice ist klug und hilfsbereit, reflektiert und zielorientiert. Und hat eben doch eine ganz eigene Geschichte, der sie sich aber erst annähern muss. Eine zarte Liebesgeschichte und überraschende Wendungen gibt’s obenauf: Mit der Geschichtensammlerin verbringt man sehr gerne einige Stunden auf der Couch!
Verlag dtv, Übersetzung Carolin Müller, 978-3423-21879-5, € 14,00

Bei den Terminen kommt derzeit nur die Buchmesse im Ried dazu. Diese ist am 09.03. und 10.03.2024 in Stockstadt – und hat ein wirklich stattliches Rahmenprogramm. Den Terminflyer hänge ich an die nächste Eulalia. Merken können Sie sich schon mal den Samstagabend (09.03.24), da gibt es nämlich erstmals einen Poetry-Slam, also eine ganz andere Art der Literatur. Ich freu‘ mich sehr darauf! Karten im Vorverkauf für diese Abendveranstaltung gibt es bei uns und auf der Gemeindeverwaltung Stockstadt.
Erinnern möchte ich aber an Mittwoch, 14.02.24 ab 19 Uhr in der Stadtwabe zu „Gernsheim liest und hört zu“ (Eintritt frei). Und an Freitag, 01.03.24 ab 19 Uhr in der Buchhandlung zur musikalischen Lesung mit Jochen Frickel „Das Wettrennen der Fichtenstämme“ (Eintritt 10 €). Für beide Termine können Sie sich in der Buchhandlung anmelden.
Und auch beim Bilderbuchpfad ist noch nichts Neues zu erzählen – „Im Winterwald“ von Daniela Kulot, erschienen im Thienemann Verlag, läuft noch bis Mitte nächster Woche. Danach wird es im Pfad philosophisch. Aber das ist ja dann schon wieder ein anderes Thema …
Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit! Passen Sie auf sich auf, treten Sie für Ihre Meinung ein und bleiben Sie gesund, ja?

Und: Lesen Sie gut!

Herzlichst Ihre
Lucia Bornhofen

mit dem Team der
Buchhandlung Bornhofen e. K.
Magdalenenstraße 55, 64579 Gernsheim
FON 06258 4242, FAX 06258 51777
HRA Darmstadt 53224

Eulalia-Post 01-01-2024

Liebe Büchermenschen,

wir hoffen, dass Sie gesund und munter ins neue Jahr gestartet sind! Bei uns hakelte es etwas – aber nun ist alles im Gerücke, die Inventur ist gemacht und jeder hatte mal ein paar Tage frei. Das ist auch nötig, damit wir die nächsten Wochen alles erledigt bekommen, was so ansteht … (Sie kennen das sicher, vermutlich geht es Ihnen nicht anders!)

Bei uns sind das vor allem die Besuche der Vertreter*innen – die letzten Wochen haben wir viel verkauft und die Verlage haben wunderbare neue Titel, die die Lücken nun füllen dürfen. Das muss mit Augenmaß und Gespür für Sprache und Themen gemacht werden, und braucht natürlich Zeit. Aber das Neuentdecken ist auch ein ganz wunderbarer Teil unserer Arbeit.


Außerdem beginnt die Veranstaltungssaison 😊 Diesmal mit zwei Veranstaltungen, bei denen wir Kooperationspartner sind …

Am Samstag, 27.01.2024 ab 16 Uhr wird im Peter-Schöffer-Haus die Dokumentation „Der Dachdecker von Birkenau“ gezeigt. Nähere Informationen finden Sie im Anhang. Wie in jedem Jahr zum Holocaust-Gedenktag ist dies eine Veranstaltung von Memor mit uns als Kooperationspartner. Da uns das Thema jüdisches Leben und Shoa wichtig ist, haben wir immer eine Auswahl an Titeln vorrätig.

Am Sonntag, 28.01.2024 ab 11 Uhr ist im Peter-Schöffer-Haus die Matineé zum Deutsch-Französischen Tag. Diesmal referiert Suzanne Bohn über Marie Bonaparte, die eine Schülerin von Sigmund Freud war. Musikalisch begleitet wird Bohn von Silke Vorrath und Alex Wehrum – dieses „Bühnentrio“ ist immer ein Erlebnis! Der Eintritt kostet 6 €, er ist ausschließlich an der Tageskasse zu entrichten.

Am Mittwoch, 14.02.2024 ab 19 Uhr in der Stadtwabe ist „Gernsheim liest und hört zu“ – Birgit Weinmann und ich werden gerne weiterhin zu diesem Veranstaltungsformat einladen. Allerdings wird es in 2024 nur zwei Termine geben (der zweite ist im Oktober).

Am Freitag, 01.03.2024 ab 19 Uhr ist in der Buchhandlung die Lesung mit Jochen Frickel. „Das Wettrennen der Fichtenstämme“ ist ein außergewöhnlicher Kriminalroman: Frickel hat nicht nur die Krimihandlung klug konstruiert, er vermittelt auch viel Wissen rund ums Leben am Rhein zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zu dieser Lesung bringt er außerdem sein E-Piano mit und ergänzt das gesprochene Wort mit Musik. Der Eintritt kostet 10 €.

Die nächsten beiden Termine sind nicht öffentlich. Ich wollte Sie trotzdem informieren, zum Daumendrücken und Mitfreuen …

Am Donnerstag, 15.02.2024 wird in der Stadtwabe der Kreisentscheid Süd Groß-Gerau des Vorlesewettbewerbs stattfinden. Nach fast 10 Jahren, in denen ich ihn nicht organisiert habe, ist das wieder bei mir „gelandet“. Ich freue mich sehr darauf! Der Vorlesewettbewerb ist seit vielen Jahren ein wichtiger Baustein zur Leseförderung in den weiterführenden Schulen. (Es gab ihn tatsächlich schon, als ich in der sechsten Klasse war, das war 1980 …) Sicher bereitet es nicht jedem Kind Vergnügen, sich ein Buch auszusuchen und dann auch noch vor der Klasse vorzulesen – aber sie müssen sich tatsächlich alle um ein Buch und das Lesen kümmern. Das kann man als bundesweite Aktion gar nicht hoch genug loben.

Am Dienstag, 20.02.2024 ist die Kinderbuchautorin Silke Schlichtmann (Vorlesekünstlerin des Jahres 2019) auf meine Einladung in der Peter-Schöffer-Schule bei allen 3. und 4. Schulklassen. Ihre Lesungen sind eine wirklich großartige Mischung aus Gespräch, Musik, Bildern – und natürlich Vorlesesequenzen. Diese Lesungen finanziere ich gerne im Rahmen des Büchertürme-Projektes; und die 1/2er Klassen werden an anderen Tagen mit Bilderbuchkino von mir versorgt.

Hinweisen möchte ich außerdem noch auf unseren Mitteltisch: Da sind bis Ende Januar noch die vielfältigen Handarbeiten der Stricklieseln des Tierheims zu finden. Wenn Sie Socken, Schals, Filzpantoffeln, Häkeltierchen oder andere schöne, gehandarbeitete Dinge brauchen, dann werden Sie hier fündig. Der angegebene Preis geht stets komplett ans Tierheim.

Und ab Aschermittwoch (14.02.24) haben wir wieder den Vorverkauf fürs neue Stück der Gernsheimer Orgelpfeifen. Die Vorführungen der neuen Komödie finden vom 22.03. bis 24.03.24 in der Stadthalle statt. Das wird wieder schön und unterhaltsam 😊

Meine freien Tage habe ich übrigens in Bonn verbracht: Das Haus der Geschichte ist immer einen Besuch wert! Die Ausstellung „DeutschlandDigital“ (noch bis Mitte Februar) war der Grund unserer Reise und tatsächlich war da viel zu entdecken. Sie beleuchtet Digitalisierung allgemein, zeigt Entwicklungen auf – und an der ein oder anderen Stelle kann man auch interagieren. Zwei Stunden muss man sich schon Zeit nehmen; und dann nimmt man noch einiges zum Nachdenken mit nach Hause. LINK

Außerdem waren wir in der Bundeskunsthalle, dort ist die Ausstellung „Immanuel Kant und die offenen Fragen“ zu sehen. Auch hierfür muss man genug Zeit einplanen. Neben einem Überblick auf Kants Leben und (selbstverständlich) sein Werk – allen voran der „Kritik der reinen Vernunft“ – stellen die Ausstellungsmacher*innen vor allem auch einen Bezug zu heute her. Wer sich gut mit Kant auskennt, lernt wohl nicht viel wirklich Neues, aber allen anderen sei diese Ausstellung sehr empfohlen! LINK

Passend dazu gibt’s diesmal kein Gedicht – sondern ein Zitat von Immanuel Kant:
Allgemeine Regeln und Bedingungen der Vermeidung des Irrtums überhaupt sind: 1) selbst zu denken, 2) sich in der Stelle eines anderen zu denken, und 3) jederzeit mit sich selbst einstimmig zu denken.

Kant ist ein weites Feld! Und im Kant-Jahr (sein Geburtsjahr liegt 300 Jahre zurück) erscheinen viele Titel zum Thema. Als Einstieg rate ich zu einem Titel aus der Reihe „100 Seiten“ im Reclam-Verlag – da bekommt man einen guten Überblick. Überhaupt kann ich die Reihe nur empfehlen; für den Januar habe ich „100 Seiten Menschenrechte“ auf Herz und Nieren geprüft:

Martin Klingst: „100 Seiten Menschenrechte“
„Wenn Demokratien die Menschenrechte nicht einhalten, wer sollte sie dann noch achten? Vor allem um auf diesE Problematik aufmerksam zu machen, schreibe ich dieses Buch.“ So steht es auf der Rückseite des Buches von Martin Klingst. Zum 75. Geburtstag der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ am 10. Dezember 2023 schien es mir passend, mich näher mit dem Thema zu befassen – und mit der Reihe „100 Seiten“ des Reclam-Verlages habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Der Reihentitel ist Programm, wir Leser*innen erhalten trotz der Kürze aber alle relevanten Informationen zur jeweiligen Materie. Die Auswahl der Titel ist groß und geht von „ABBA“ über „Astrophysik“ und „Mittelalter“ bis „Wasser“.
Klug ist auch dieses Buch hier: Klingst zählt die Menschenrechte nicht einfach auf oder liefert kurze Erläuterungen zu den einzelnen Punkten. Vielmehr beschreibt er die historische Entwicklung – um dann darauf einzugehen, was in den letzten 75 Jahren passiert ist. Er stellt dar, welche Schwierigkeiten es gab und gibt, wie dagegen angegangen werden kann. Und auch, wieso wir uns die Allgemeingültigkeit immer wieder ins Gedächtnis rufen müssen. Besonders interessant fand ich darüber hinaus, dass auch ein „zuviel“, eine Überfrachtung, nicht dienlich ist. Der Klappentext schließt: „Die Menschenrechte müssen stets aufs Neue errungen und verteidigt werden.“ Und genau das macht der Jurist und Journalist Martin Klingst sehr deutlich.
Reclam Verlag, 978-3-15-020422-1, € 10,00
Meine zweite heutige Empfehlung gilt Johann Wolfgang von Goethe, der Kant hoch schätzte, ihm aber nie begegnet ist …

Charles Lewinsky: „Rauch und Schall“
Diesmal hatte die Reise nicht geholfen. Bisher war Goethe, wenn er nach Hause zurück kam, angefüllt mit Ideen und Geschichten, er liebte es, all das zu Papier zu bringen. Nur wer etwas erlebt, kann auch schreiben – davon war er fest überzeugt. Doch diesmal hatten die Wochen in der Schweiz nicht geholfen, er saß da, die Feder in der Hand, doch selbst wenn er schrieb, hielt das dem prüfenden Blick am Abend nicht stand. Und im Brief vom Hofmarschallamt war unmissverständlich ein Festgedicht zu Ehren der Herzogin angefordert worden, so bald als möglich. Nur: Goethe hatte wirklich keine Vorstellung, was er schreiben sollte! Christianes Vorschlag, ihren Bruder um Hilfe zu bitten, war eigentlich unter seiner Würde. Eigentlich …
Fast hätte ich das Buch direkt nach den ersten Sätzen wieder zur Seite gelegt: Goethes Hämorrhoiden, mit denen es beginnt, interessieren mich tatsächlich überhaupt nicht. Weil ich den Autor Charles Lewinsky sehr schätze, habe ich weitergelesen – und wurde postwendend belohnt. Die Mischung aus Fiktion und Wahrheit, die Lewinsky hier präsentiert, ist unterhaltsam und absolut interessant. Und sie ist, auch wenn er Goethe, seiner Geliebten Christiane Vulpius und deren Bruder Christian August Vulpius sehr nahekommt, nicht anbiedernd oder despektierlich. „Rauch und Schall“ ist ein großer Lesegenuss: Stilistisch schön, inhaltlich überraschend und genau richtig lang.
Diogenes Verlag, 978-3-257-07259-4, € 25,00

Was fehlt?
Der Bilderbuchpfad. Diesmal hat die Weihnachtsgeschichte ein paar Tage überzogen: Erst hatte ich eine falsche Genehmigung eingeholt, dann nicht genug Laminierfolie (aber freundliche Hilfe habe ich bekommen! Vielen Dank an Frau Wetzel!) – und eiskalt wars beim Neufüllen auch … Aber dafür ist die Geschichte „Im Winterwald“ sehr entzückend. Ein herzliches Dankeschön geht auch an die Autorin und Illustratorin Daniela Kulot und den Thienemann Verlag.

Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit!

Und: Lesen Sie gut!

Herzlichst Ihre
Lucia Bornhofen

mit dem Team der
Buchhandlung Bornhofen e. K.
Magdalenenstraße 55, 64579 Gernsheim
FON 06258 4242, FAX 06258 51777
HRA Darmstadt 53224

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